Christoph Koellreuter

in memoriam

Christoph Koellreuter, aufgewachsen in Reinach (BL), hat in Basel das Realgymnasium besucht und anschliessend Wirtschaftswissenschaften an der Uni Basel studiert. 1968 absolvierte er ein halbjähriges Forschungspraktikum bei der OECD in Paris, danach war er bis 1973 Assistent bei Prof. Gottfried Bombach, bei welchem er sein Doktorat schrieb. Nach der Promotion folgte ein Forschungsjahr an der Queen’s University in Kingston, Kanada. Anschliessend arbeitete er als Dozent an der Uni Basel und sammelte erste berufliche Erfahrungen. 1980 hat er mit vier Ökonomen die Basler Arbeitsgruppe für Konjunkturforschung (BAK) als Spin-Off der Uni Basel und der Prognos AG gegründet. 1987 hat er die Genossenschaft BAK in eine wirtschaftlich und politisch unabhängige Aktiengesellschaft (heute BAK Economics AG) umgeformt und ihr während rund 20 Jahren seine ganze Energie als Volkswirt und Unternehmer in seinen Funktionen als Direktor, Chefökonom und Verwaltungsratspräsident gewidmet.

Bekannt für seine innovativen angewandten Forschungsansätze, verbunden mit seiner charismatischen Art und einer klar verständlichen Sprache, hat Christoph Koellreuter BAK Economics mit Konjunkturprognosen für die Schweiz aber auch international (International Industry Forecasting Service) erfolgreich positioniert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Mit dem seit Beginn der 90er Jahre verschärften globalen Standortwettbewerb begann Christoph Koellreuter ein zuerst nationales und danach auch internationales, regionales Benchmarking über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Regionen und ihrer Standortattraktivität aufzubauen. Die Internationalisierung des Angebots hat Christoph Koellreuter ab dem Jahr 2000 vorangetrieben. Während vieler Jahre hat er im Rahmen des Internationalen Benchmarking Forums viele regionale Vertreter nach Basel geholt und BAK Analysen nach ganz Europa verkauft. Konjunkturprognosen, Branchenanalysen und die Messung der Standortattraktivität gehören bis heute zu den Kernkompetenzen von BAK Economics.

Durch seine Auseinandersetzung mit grenzüberschreitenden Metropolitanregionen im internationalen Vergleich hat er sich ab 2003 auch zunehmend mit der eigenen Region beschäftigt und so den Verein metrobasel gegründet.

Christoph Koellreuters Arbeit fand im Spannungsfeld zwischen einer liberalen Wirtschaftsordnung und der gesellschaftlichen Verantwortung statt. So war er während seines gesamten Berufslebens immer wieder auch politisch engagiert (bspw. im Rahmen der EWR-Abstimmung), als Beirat und Verwaltungsrat in verschiedenen Vereinen, Verbänden (wie z. B. die Vereinigung Basler Oekonomen VBOE, NHG) und Firmen tätig.

Christophs Koellreuters unermüdliches Schaffen hat ihn bis in seine letzten Tage begleitet. Nach seiner Pensionierung bei BAK Economics hat er verschiedene Mandate übernommen, Applied History an der Uni Zürich studiert und bis 2012 den Verein metrobasel geleitet. Danach setzte er sich für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz im Rahmen der von ihm initiierten Stiftung «CH2048» ein.

In den letzten Jahren hat Christoph Koellreuter seine Zeit vermehrt seiner Frau Eva und seiner ganzen Familie - Kindern und Grosskindern - gewidmet. Eine aggressive Krankheit rief ihn mit 75 Jahren aus dem Leben.

Christoph Koellreuter war unglaublich begeisterungsfähig und interessiert. Wir werden ihn mit seinem eigenwilligen Denken, seiner offenen und herzlichen Art vermissen.

BAK Economics AG
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